Eine Regendusche verwandelt das tägliche Duschen in ein entspannendes Erlebnis – der sanfte, gleichmäßige Wasserfall von oben erinnert an einen warmen Sommerregen. Wer den Einbau selbst übernehmen möchte, braucht keine Ausbildung als Installateur, aber ein gutes Verständnis der Wasserinstallation, handwerkliches Geschick und eine sorgfältige Planung. Diese Anleitung führt Sie durch jeden Schritt, von der Auswahl des richtigen Modells bis zum ersten entspannten Duschen.

Die richtige Regendusche auswählen

Bevor das erste Werkzeug in die Hand genommen wird, steht die Produktauswahl. Regenduschen gibt es in drei grundlegenden Bauformen, und die Wahl hängt entscheidend von den baulichen Gegebenheiten ab.

Deckenbrause, Wandarm oder Unterputzsystem?

Die Deckenbrause wird direkt an der Duschdecke montiert und erzeugt das authentischste Regengefühl, weil das Wasser senkrecht von oben fällt. Sie erfordert jedoch eine Wasserleitung in der Decke – das ist beim Neubau oder einer umfassenden Badsanierung ideal, aber nachträglich aufwendig.

Ein Wandarm (auch Deckenschwenkarm genannt) lässt sich an der bestehenden Wandleitung befestigen und ragt weit genug nach innen, damit die große Brauseköpfe mittig über der Duschwanne positioniert werden kann. Diese Variante ist für die meisten Nachrüstprojekte die praktikabelste Lösung.

Das Unterputzsystem (UP-System) verbirgt Armatur und Leitungen vollständig hinter der Wand. Es sieht am elegantesten aus, ist aber am aufwendigsten einzubauen und setzt voraus, dass die Wand geöffnet werden darf.

Größe und Wasserleistung

Regenduschen-Köpfe beginnen bei rund 20 cm Durchmesser und reichen bis zu 50 cm oder mehr. Größere Köpfe benötigen mehr Wasser pro Minute – prüfen Sie deshalb vorab, ob Ihr Leitungsdruck und die Durchflussmenge der Hausinstallation ausreichen. Als Faustregel gilt: Für einen Brausekopf ab 30 cm sollte der Wasserdruck mindestens 2,5 bar betragen. Viele Hersteller geben in den technischen Daten eine Mindest- und Optimaldruckangabe an.

Werkzeug und Material – was Sie wirklich brauchen

Eine vollständige Vorbereitung spart Zeit und vermeidet Fehlkäufe. Legen Sie alles bereit, bevor Sie die Wasserleitung absperren.

  • Regenduschen-Set (Brausekopf, Wandarm oder Deckenmontage-Kit, Armatur)
  • Verstellbarer Rohrzangenschlüssel und Gabelschlüssel (passend zu den Anschlussmaßen)
  • PTFE-Band (Teflonband) und Hanf für Gewindeabdichtungen
  • Wasserwaage und Bleistift
  • Bohrmaschine mit passenden Stein- oder Fliesenbohrern
  • Silikon oder Bauschaum für die Wanddurchführung
  • Eimer und alte Handtücher für Restwasser in den Leitungen
  • Bei UP-Systemen: Stemmhammer, Putz- und Fliesenkleber

Kaufen Sie alle Verbindungsstücke und Reduzierstücke bereits vorab, wenn Sie die Anschlussmaße Ihrer vorhandenen Leitungen kennen. Das spart einen zweiten Gang zum Baumarkt.

Schritt 1: Planung und Vorbereitung

Messen Sie zunächst die lichte Höhe Ihrer Dusche vom Boden bis zur Decke. Eine Regendusche am Wandarm sollte so positioniert sein, dass der Brausekopf mindestens 20 cm über dem Kopf der größten Person im Haushalt hängt – ideal sind 210 bis 230 cm über dem Duschboden. Markieren Sie die gewünschte Montagehöhe an der Wand.

Überprüfen Sie dann den Verlauf der vorhandenen Wasserleitung. In den meisten Bädern endet die Kaltwasser- und Warmwasserleitung an der Armatur, von der ein Brauseschlauch abgeht. Wenn Sie eine bestehende Armatur ersetzen oder erweitern, notieren Sie das Anschlussmaß (meistens ½ Zoll oder ¾ Zoll).

Sperren Sie das Wasser ab – entweder am Hauptabsperrhahn des Bades oder am Hauswasseranschluss. Öffnen Sie anschließend eine benachbarte Armatur (z. B. das Waschbecken), um den Restdruck abzulassen.

Schritt 2: Wandarm montieren

Für die gängigste Nachrüst-Variante – den Wandarm – gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Bohrlöcher markieren: Halten Sie die Wandarmhalterung an die markierte Stelle und übertragen Sie die Bohrpunkte mit einem Bleistift auf die Fliese. Prüfen Sie mit der Wasserwaage, ob die Halterung waagerecht sitzt.
  2. Fliesen anbohren: Kleben Sie Kreuzklebeband auf die Bohrstelle – das verhindert, dass der Bohrer auf der glatten Oberfläche wegrutscht. Bohren Sie zunächst mit einem Fliesenbohrer vor, dann mit dem Steinbohrer auf das endgültige Maß. Dübel einsetzen.
  3. Wasseranschluss vorbereiten: Schrauben Sie den alten Brauseschlauch oder die bestehende Brausehalterung ab. Reinigen Sie das freigelegte Gewinde von alten Dichtstoffen.
  4. Exzenter oder Anschlusswinkel einschrauben: Wenn Ihr Wandarm-Set einen Wandanschluss-Exzenter enthält, wickeln Sie Hanf oder PTFE-Band im Uhrzeigersinn um das Gewinde und drehen Sie den Exzenter handfest ein. Ziehen Sie ihn mit dem Schlüssel so nach, dass der Anschluss senkrecht aus der Wand zeigt.
  5. Wandarm befestigen: Schrauben Sie die Wandarmhalterung an den Dübeln fest. Stecken Sie den Wandarm ein und sichern Sie ihn mit der beiliegenden Mutter oder Stellschraube.
  6. Brausekopf anschließen: Wickeln Sie das Gewinde am Ende des Arms mit PTFE-Band ein und schrauben Sie den Regenbrausekopf handfest auf. Überdrehen Sie nicht – moderner Brauseköpfe aus Kunststoff brechen sonst.

Schritt 3: Armatur anschließen oder tauschen

Wenn Sie gleichzeitig die Armatur austauschen – was bei einer neuen Regendusche häufig sinnvoll ist –, gehen Sie wie folgt vor. Arbeiten Sie nur, wenn das Wasser abgesperrt ist und der Restdruck abgelassen wurde.

Aufputzarmatur

Die Anschlüsse für Kalt- und Warmwasser befinden sich an der Wand, meistens in einem Abstand von 15 cm (Zentralabstand). Lösen Sie die alten Überwurfmuttern, entfernen Sie die alte Armatur und reinigen Sie die Gewinde. Setzen Sie die neuen Exzenter-Stücke ein (diese gleichen kleine Abstandsunterschiede aus), dichten Sie die Gewinde ab und schrauben Sie die neue Armatur auf. Drehen Sie fest, aber ohne übermäßigen Kraft.

Thermostatarmatur

Viele Regenduschen-Sets werden mit einer Thermostatarmatur geliefert, die die Wassertemperatur konstant hält. Der Einbau erfolgt analog zur Aufputzarmatur, benötigt aber in der Regel zwei separate Anschlüsse (Kalt und Warm) mit den korrekt zugeordneten Anschlüssen – Kalt links, Warm rechts. Achten Sie unbedingt auf die Kennzeichnung der Armatur, da vertauschte Anschlüsse den Thermostaten beschädigen können.

Schritt 4: Dichtigkeit prüfen und Wasser aufdrehen

Bevor Sie Silikon auftragen oder Verkleidungen anbringen, muss die Installation auf Dichtigkeit getestet werden. Das klingt selbstverständlich, wird aber oft übersprungen – mit teuren Folgen.

  1. Drehen Sie das Wasser am Absperrhahn langsam auf, nicht ruckartig.
  2. Beobachten Sie alle Verbindungsstellen für mindestens zwei bis drei Minuten. Kleine Tropfen an Gewinden bedeuten, dass die Abdichtung nachgebessert werden muss.
  3. Schließen Sie das Wasser wieder ab, trocknen Sie die undichte Stelle und wickeln Sie zusätzlich PTFE-Band auf das Gewinde. Ziehen Sie die Verbindung fester nach.
  4. Wiederholen Sie den Test, bis alle Verbindungen absolut trocken bleiben.

Erst wenn keine Leckage mehr vorhanden ist, tragen Sie Silikon an den Übergangsstellen zwischen Wandarm, Wandhalterung und Fliese auf. So verschließen Sie mögliche Eintrittspunkte für Spritzwasser, ohne den Blick auf potenzielle Undichtigkeiten zu verstellen.

Was ist beim Einbau einer Unterputz-Regendusche anders?

Das UP-System bietet das cleanlinigte Erscheinungsbild, verlangt aber deutlich mehr handwerklichen Aufwand. Hier sind die wesentlichen Unterschiede zur Wandarm-Montage:

  • Wandöffnung: Die Wand muss aufgestemmt werden, um den UP-Körper (die Einbaubox der Armatur) einzusetzen. Das erfordert das Entfernen von Fliesen und Putz.
  • Rauputz und Mindesteinbautiefe: UP-Körper benötigen eine Einbautiefe von in der Regel 7 bis 10 cm. Achten Sie darauf, dass keine Tragkonstruktion oder Leerrohre im Weg sind.
  • Leitungsverlegung zur Decke: Wenn der Brausekopf an der Decke sitzen soll, muss eine neue Wasserleitung dorthin gelegt werden – entweder im Putz oder in einem Leerrohr. Dies ist in Deutschland genehmigungspflichtig, wenn es sich um einen Eingriff in die Trinkwasserinstallation handelt, und sollte von einem zugelassenen Installateur ausgeführt werden.
  • Fliesenarbeiten: Nach dem Einputzen des UP-Körpers müssen die Fliesen neu gesetzt und verfugt werden, bevor die Abdeckung und die Armatur montiert werden.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Wand für ein UP-System geeignet ist, holen Sie vorab eine fachkundige Einschätzung ein. Fehler bei der Einbautiefe oder der Abdichtung können langfristig zu Schimmel oder Wasserschäden führen.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Die meisten Probleme beim Einbau einer Regendusche entstehen durch wenige, gut vermeidbare Fehler.

  • Falsches Dichtmaterial: Nur PTFE-Band oder Hanf gehört auf Trinkwassergewinde – niemals normales Klebeband oder Silikon allein. Silikon ist ausschließlich für die äußere Abdichtung gegen Spritzwasser geeignet.
  • Zu geringer Wasserdruck: Ein großer Brausekopf bei schwachem Druck tropft mehr, als er regnet. Messen Sie den Druck vorab mit einem einfachen Manometer (am Wasseranschluss zu befestigen), bevor Sie sich für eine bestimmte Brausekopfgröße entscheiden.
  • Falsch gewählte Wandarmlänge: Der Arm muss lang genug sein, damit der Brausekopf vollständig über der Duschfläche positioniert ist. Ist er zu kurz, nässt die Umgebung unnötig.
  • Nicht ausgerichteter Brausekopf: Viele Regenbrausen haben eine Kugelgelenkaufnahme. Stellen Sie sicher, dass die Brause exakt waagerecht ausgerichtet ist, damit das Wasser gleichmäßig verteilt wird.
  • Silikon zu früh auftragen: Wer Silikon aufträgt, bevor die Dichtigkeit bestätigt ist, muss es im Fehlerfall mühsam entfernen. Immer erst testen, dann versiegeln.

Pflege und Wartung Ihrer Regendusche

Eine Regendusche hält mit einfacher Pflege viele Jahre zuverlässig. Die größten Feinde sind Kalk und Schimmel.

Regenduschen-Köpfe mit Silikonnoppen lassen sich besonders einfach entkalken: Reiben Sie die Noppen regelmäßig mit den Fingern ab, um Kalkablagerungen zu lösen. Für hartnäckigen Kalk legen Sie den Brausekopf (falls abschraubbar) für einige Stunden in eine handelsübliche Zitronensäurelösung oder in Essigwasser ein.

Trocknen Sie den Brausekopf und den Arm nach dem Duschen kurz ab – besonders in Regionen mit sehr hartem Wasser. Eine gute Badlüftung reduziert die Schimmelbildung an den Silikonfugen erheblich. Kontrollieren Sie die Silikonfugen einmal im Jahr und erneuern Sie sie bei Bedarf, bevor Feuchtigkeit in die Wand eindringt.

Die Armatur sollte gelegentlich auf Tropfen an den Anschlussstellen geprüft werden. Ein einzelner Tropfen pro Minute ergibt über ein Jahr hinweg mehrere Hundert Liter Wasserverlust – und kann auf eine nachlassende Abdichtung hinweisen, die mit wenigen Handgriffen behoben ist.

Fazit: Selbst einbauen oder Fachmann beauftragen?

Eine Regendusche mit Wandarm lässt sich von handwerklich erfahrenen Heimwerkern gut in einem Nachmittag einbauen. Wer die beschriebenen Schritte sorgfältig befolgt, vermeidet die typischen Fehlerquellen und freut sich schon bald über das neue Duscherlebnis.

Für UP-Systeme, Deckeninstallationen mit neu zu verlegenden Leitungen oder wenn der Leitungsdruck eine grundlegende Anpassung erfordert, lohnt sich die Beauftragung eines Fachbetriebs. In Deutschland dürfen Eingriffe in die Trinkwasserinstallation, die über das bloße Anschließen von Armaturen hinausgehen, aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen nur von Fachbetrieben durchgeführt werden. Ein gutes Ergebnis – dicht, sicher und langlebig – ist in jedem Fall die lohnendste Investition.